|
Möttingen Archiv wurde eingeweiht
- ein langer Weg bis ans Ziel!
Nach
über 20 Jahren ist die Aufarbeitung des Gemeindearchivs in
Möttingen abgeschlossen
Auch in der Gemeinde Möttingen wurden nun die
Sortierarbeiten am historischen Gemeindearchiv abgeschlossen.
An die Gemeinde Möttingen hatten sich im Jahr
1975 die Orte Appetshofen, Enkingen und Kleinsorheim
angeschlossen. Im Jahr 1978 war Balgheim zur Gesamtgemeinde
Möttingen hinzugekommen. Im Jahr 1980 wurde dann mit dem
ehemaligen umgebauten Schulhaus in Möttingen die neue
Gemeindekanzlei bezogen. Die ehemals selbständigen Ortsteile
hatten früher jeweils einen eigenen Bürgermeister und eine
eigene Gemeinderegistratur mit alten Schriftstücken.
Der Leiter der Möttinger Gemeindeverwaltung
Andreas von Siegroth hatte bereits vor mehr als 20 Jahren
begonnen in diese Altbestände ein bisschen Ordnung zu bringen.
Es ist jedoch unmöglich neben den beruflichen Tätigkeiten eine
solche Aufgabe zu erledigen. Daher wurde vom Herbst 1999 bis
Jahresende 2000 von einer ABM-Kraft begonnen, das Gemeindearchiv
nach dem Einheitsaktenplan der Gemeinden zu sortieren und in
Regalen im Dachboden der Gemeindeverwaltung in Kartons
unterzubringen. Leider konnte diese Arbeit nicht zum Abschluss
gebracht werden. So waren manche Archivalien immer noch
unsortiert. Die gesamten Bestände waren außerdem nicht in
übersichtlichen Inhaltsverzeichnissen (so genannten Findbüchern)
verzeichnet.
So musste ein dritter
Anlauf zur Aufbereitung des Gemeindearchivs gemacht werden.
Inzwischen waren die Bestände an Akten und Büchern derart
angewachsen, dass die Statik im Dachgeschoß des ehemaligen
Schulgebäudes nicht mehr gewährleistet war. So hatte der
Gemeinderat beschlossen im Gebäude der neu errichteten
Kläranlage einen Raum für die älteren Bestände des
Gemeindearchivs herzurichten. In diesen neuen Raum wurden im
Frühjahr 2010 und im Sommer 2011 die Bestände der ehemals
selbständigen fünf Ortsteile untergebracht. Bei dieser
Umräumaktion wurden die Kartons noch einmal durchgesehen und
manches aussortiert. Ebenso wurden Findbücher für die einzelnen
Bestände angelegt. Somit kann künftig bei Anfragen gezielt
nachgesehen werden, was im Gemeindearchiv vorhanden ist.
Das älteste Schriftstück
ist eine Gemeinderechnung aus dem Jahr 1603/1604 von Möttingen.
Auch die Gemeinderechnungen von Kleinsorheim, die mit dem Jahr
1625 beginnen, zählen zu den frühesten Belegen dieser Art
im ganzen Landkreis. In den Jahresrechnungen ist zu lesen, wer
damals die Geschicke der Gemeinde lenkte. Auch sind die Ausgaben
und Einnahmen der Gemeinde darin aufgeführt. Die Gemeindearchive
umfassen jedoch auch Material zum Einwohnerstand, zum
Schulwesen, zu Baumaßnahmen oder sozialen Angelegenheiten wie
der Armenfürsorge. Daneben werden Aufzeichnungen zu den
landwirtschaftlichen Betrieben und Genossenschaften, sowie
Unterlagen zur Wasserversorgung und Kanalisation aufbewahrt.
Damit geben die Archivbestände einen wertvollen Einblick in das
frühere Leben in den Dörfern.

Zum Abschluss der Sortierarbeiten am
Möttinger Gemeindearchiv gab es ein Gläschen Sekt. Der
Verwaltungsstellenleiter der Gemeinde Möttingen Andreas
von Siegroth (rechts) beim Anstoßen zusammen mit
Bürgermeister Erwin Seiler (Mitte) und dem
Archivbearbeiter Gerhard Beck (links) in den neuen
Archivräumen
(Bild Gemeinde Möttingen)
|