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Haushaltsplan der
Gemeinde Möttingen 2010
Folgenden Artikel entnehmen wir den Rieser Nachrichten vom
10. Juni 2010
Möttingen muss die Rücklagen
angreifen
Von Andreas Wagner
Möttingen: Die Gemeinde Möttingen
wird im laufenden Haushaltsjahr ihre Rücklagen wohl aufbrauchen.
Während man heuer noch ohne neue Schulden plant, dürften in den
nächsten Jahren neue Kredite kaum zu vermeiden sein. Dies ging
aus der Gemeinderatssitzung hervor, in der der Haushalt für das
Jahr 2010 beschlossen und der Finanzplan für die Jahre 2011 bis
2013 angenommen wurden.
Einmütig fiel das Votum nach einer regen,
sachlichen Diskussion nicht aus. Bei der Abstimmung über den
Haushalt 2010 gab es eine Gegenstimme, dem Finanzplan für die
nächsten Jahre verweigerten vier Gemeinderäte die Zustimmung.
Alle Räte sowie Bürgermeister Erwin Seiler und die bei der
Gemeinde fürs Finanzwesen zuständige Irmgard Thum waren sich
aber im Klaren darüber, dass auf die Kommune schwierige Zeiten
zukommen.
Laut dem von Bürgermeister Seiler
vorgelegten Finanzplan muss die Gemeinde, die derzeit eine der
geringsten Pro-Kopf-Verschuldungen im Landkreis hat (aktuell:
185 Euro pro Bürger; insgesamt rund 460 000 Euro) im Jahr 2011
neue Kredite in Höhe von rund 930 000 Euro aufnehmen, 2012 in
Höhe von rund 730 000 Euro und ein Jahr später in Höhe von knapp
685 000 Euro. „Das heißt, dass wir 2013 bei einer Verschuldung
von zwei Millionen Euro wären“, so Seiler: „Das Problem ist,
dass wir dann so viel an Zins und Tilgung zahlen müssten, dass
wir nichts anderes mehr machen könnten.“ Seiler wies jedoch
darauf hin, dass die Zahlen für die kommenden Jahre lediglich
„angenommene Werte“ seien, die letztlich auch zu hoch gegriffen
sein könnten. „Ich setze lieber jetzt gescheite Zahlen ein, als
die Lage zu beschönigen.“
Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass
finanziell schwierigere Zeiten anbrechen. „Es muss klar sein,
dass wir nicht alles verwirklichen können, was geplant ist. Wir
haben künftig keine Rücklagen mehr, deshalb können wir diesen
Finanzplan so nicht durchziehen“, sagte ein
Gemeinderatsmitglied. Ein anderer Rat wies darauf hin, dass der
Plan für 2011 mit Ausgaben für das Baugebiet Baadfeld II, für
ein neues Feuerwehrfahrzeug und Investitionen in den
Kindergarten drei größere Projekte beinhalte, die kaum zu
verschieben seien. „Und schon stehen wir an der Wand.“
Ungewisse Lage beim Bund
Viel werde von den Einnahmen der Gemeinde
in den kommenden Jahren abhängen, betonte Irmgard Thum. Vor
allem wegen des Sparzwangs im Bund herrsche bei Kommunen eine
große Ungewissheit. „Wie wirkt sich das auf uns aus? Wir können
glimpflich davonkommen, aber es kann uns auch erheblich
treffen.“
Der Haushaltsplan 2010 sieht für das
laufende Jahr Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt von
3,081 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt von 1,108
Millionen Euro vor. Der Gesamtetat liege mit rund 4,2 Millionen
Euro fast so hoch wie 2009, sagte Seiler.
Allerdings komme man heuer nicht ohne
Rückgriff auf die Reserven aus. „Nach momentanem Stand werden
die Rücklagen ziemlich genau aufgebraucht“, so der
Bürgermeister. Dies hänge auch damit zusammen, dass die Gemeinde
gegenüber 2009 geringere Zuweisungen aus der Einkommensteuer und
niedrigere Schlüsselzuweisungen zu erwarten habe. „Beides
zusammen bringt uns rund 100 000 Euro weniger ein.“ Auch die
Kreisumlage sei gestiegen und schlage mit Mehrkosten von über 32
000 Euro zu Buche.
Größere Investitionen fielen 2010 beim
Kindergarten (Um- und Anbau einer Kinderkrippe, energetische
Sanierung) sowie durch Grunderwerb im neuen Baugebiet Baadfeld
II sowie durch den Geh- und Radweg von Möttingen nach Ziswingen
an. Auch eine außerordentliche Tilgung der Schulden sei
vorgesehen, doch hier „muss man entscheiden, was in diesem Jahr
möglich ist“.
Zu weiteren Haushaltsstatistiken der Gemeinde Möttingen...!
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